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Die dunkle Seite des bretonnischen Mythos
- Wir haben sie alle besiegt !
- Wen denn ?
- Na ja ... die Viecher, die Orks und die ... Skaven ... und die
Chaoskrieger, ja !
- Wie ... kamen denn die alle zusammen ??
- ... na ja, die kamen halt so ...
- Und wieviele waren es ?
- o-oh ... mhm ... viele ... ja , sehr viele ... und alle böse ... Ja ...
viele und böse und gemein! Genau !
- oh-o-o mein Held !!!
aus dem Gespräch eines bretonnischen Ritters mit der Frau seines Herzens
retonnia, das Land der
Ritterschaft, der Ehre und des Anstands ... Ritter sein, Ritter bleiben,
wenn man kein Ritter ist, dann ist man ein Gemeiner. Traurig aber wahr, es
gibt kein dazwischen, keine Mittelstufe, zwischen den beiden Welten, der
Welt des Questes, des Suchens nach dem Grail und Kampfes mit dem Böse und
der Welt, wo man als ein einfacher Tölpel Bauer lebt, resigniert und
aussichtslos. Einzige Möglichkeit lautet, in einem Haufen genauso
einfachen Bauern, als Hellebarden- oder Speerträger aufzutreten in der
Hoffnung, dass man eines Tages, zum Standartenträger oder gar zum Champion
aufsteigt, und einen richtigen Schwert bekommt, keinen so großen riesen
Ding, wie der Herr Ritter, aber einen Schwert jedenfalls.
an kann nicht einmal
zum Helden werden als Gemeiner. Die edlen Herren betrachten es wohl als
unmöglich, dass ein Bauer sich auch mal heldenhaft benehmen kann, nein, um
Gottes Willen, das kann nur ein richtiger Ritter, entweder des Königs oder
des Grals oder sonst noch was. Ja, da darf man ein Held werden, da hat
man wirklich Perspektive und eine ereignisreiche Laufbahn vor sich, mit
dem Anfang als Fahrender Ritter bis zur Krönung als ein besonderes
Charaktermodell. Ja und wieso nicht , all die Voraussetzungen sind ja da,
man bekommt ein gescheites Pferd, stark und zum Reiten willig, dann erhält
man jede mögliche Ausrüstung, Lanzen, Schwerter, Schilde, Kettenhemde,
verzierte Helmen, in denen man so toll aussieht, besonders beim
Sonnenschein, da glänzt ja alles. Tja, und dann kommt noch das Gefolge
dazu, Knappen, ja ja solche Leute, wie ich und Sie , verehrter Leser, Geld
hat man doch bestimmt auch im Überfluß, die Frauen schauen sowieso nur in
deine Richtung, die waren ja schon immer beim Glanz der Rüstung schwach
und nachgiebig gewesen...
lso, was braucht man
noch, man reitet bisshen herum, man erschlägt ein paar Bösewichte, man
sorgt dafür dass es alle mitbekommen, und am besten eine überarbeitete
Version von dem Ganzen, wo aus ein paar harmlosen dummerweise sich in der
Nähe befindenden Tiermenschen plötzlich ein Rudel aus Chaosrittern wird,
in der Begleitung von Egrimm van Horstmann höchstpersönlich. Unglaublich,
aber man glaubt es, schließlich ist der Mythos über die furchtlose
bretonnische Ritter eine Sache, die sich sehr tief im Bewußtsein der
Menschen eingenistet hat. Die ganze Propaganda, die Geschichten, die
Überlieferungen von den Heldentaten und zurückgeschalgenen Horden, alles
spielt mit. Die Menge gewöhnt sich daran, in einem Bretonnen einen
furchtlosen Krieger zu sehen und jubelt den ersten, den sie sieht, an. Die
Tatsache, dass die Herrschaften gar nicht furchtlos sind ist so gut wie
niemandem bekannt, nur den Rittern selbst, aber sie sagen es ja niemandem,
sie unterhalten sich nicht einmal miteinander darüber, o nein, wieso, sie
prahlen mit Ihren Rüstungen in ihren Burgen, spucken von der Mauer auf die
Bauernköpfe und gestikulieren ziemlich unanständig, wenn Orks oder
imperiale Ritter plötzlich zum Gesprächsthema werden.
k,ok, ich höre schon,
du Tölpel, du Bastard usw. Die ganze Ritterschaft mit einem Strich als
feige und unfähig abgestellt. Nein, lieber Bretonnenanhänger, so bin ich
nicht, ich bin aller andere als Bretonnenhasser, aber ich bin realistisch,
ich kann einfach nicht glauben, dass man massenhaft so ehrenhaft und mutig
sein kann. Das geht nicht. Es sind dieselbe Menschen wie wir, sie werden
nur anders bezeichnet, sie leben von dem Mythos, es hilft ihnen
durchzuhalten und zu siegen. Ich meine, stellt Euch nur vor, Sie sind ein
Ork, sie stehen auf einem Schlachtfeld, die Trompeten , es ist
Morgengrauen, es ist kalt, Sie haben einen schlimmen Kater nach dem
gestern, Sie haben Hunger, Sie werden möglicherweise in Kürze sterben
müssen. Ihr Nachbar, der mit der Keule, ist genauso gut gelaunt, Sie
schauen ihm in die Augen und erkennen so etwas wie Angst darin. Na ja, ein
ähnliches Gefühl haben Sie auch, sie sind ja nur ein Ork, keine Echse oder
so. Und dann... aus dem morgigen Nebel, mit Trompeten und Bannern, auf
riesigen Pferden tauchen bretonnische Ritter auf, in Stahl ihrer Rüstungen
eingeschlossen... Sie sehen so groß und furchterregend aus, man kann sich
gar nicht vorstellen, sie schlagen zu können. Sie denken, wie soll ich,
ein ganz normaler Grünling, mit einem Speer als Waffe, mich dieser
Übermacht stellen. Ja, Sie denken es ganz bestimmt, sie sind schließlich
ein Ork. Sie fliehen noch nicht vom Feld, aber es ist jetzt nur eine Frage
der Zeit. In Ihrem Inneren haben Sie schon aufgegeben. Sobald einer von
den bunten "Blechdosen" in Ihre Nähe kommt und dabei womöglich noch Ihren
Nachbar, den mit der Keule , niedertrampelt, sobald es passiert, ist Ihr
Schicksal besiegelt. Sie denken nicht mehr dran, auszuflippen, in Raserei
zu verfallen und den hochnäsigen Menschäz von seinem Pferd runterzuholen
um ihm eine zu verpassen, Sie denken ab dem Zeitpunkt nur an eins: " Ich
muß weg, bevor mich diese Kampfmaschine nicht zu einem Pfannkuchen gemacht
hat. Der Gedanke, der Kumpel mit dem Helm ist nur ein Mensch, der auch
Angst und Familie hat, kommt Ihnen einfach nicht, völlig ausgeschlossen,
Sie haben keine Zeit für die philosophische Vorträge, Sie müssen um Ihr
Leben rennen. Und Sie rennen...
enn Sie Glück haben und
das Massaker überleben, bekommen zuerst so etwas wie ein Schamgefühl, weil
Sie so feige waren und Sie beginnen damit, nach den Ursachen zu suchen, um
es zu rechtfertigen, um das Respekt vor sich selbst zu gewinnen und um die
anderen auch davon zu überzeugen , dass es bei der Sache einen triftigen
Grund gab, um Sie, einen so starken und stolzen Ork, zum Fliehen zu
bringen. Also erzählen Sie sich selbst und allen anderen, wie stark und
furchterregend die Ritter von Bretonnia sind. Das ganze macht die Runde in
dem Stamm und schon ist eine Legende von den unbesiegbaren Bretonnen
geboren...
o einfach ist es.
Nehmen Sie jetzt anstatt Ork einen Tileaner oder einen Zwerg oder wen auch
immer, spielen Sie mit ihm die obenbeschriebene Situation durch, Sie
kommen immer wieder zu dem Ergebnis. Um es ganz grob zu beschreiben,
sozusagen ein Erfolgsrezept: man nehme richtige Klamotten, ein großes
Pferd, eine große Waffe, und guck dass du es bis, der es als erster in die
Feindreihen schaffst, der Rest ergibt sich. Soviel zum Thema Bretonnische
Helden...
22.07.1999 by witchhunter |