Kurz vor der kalten Jahreszeit dachte sich ein kleinerer
mykenischer Fürst schnell noch einen Beutezug durchzuführen, um
Geschenke für seine Gönner und Untertanen zu sammeln. Was läge
da näher, als ein kurzer Besuch bei den Nachbarn auf der anderen
Seite der Ägäis zu machen?
So wurde zu den Verbündeten gesandt, die Streitwagen fit
gemacht und die Untertanen zum Kriegsdienst gemustert. Schnell war
das wichtigste erledigt, wurde mit den schnellen, schwarzen
Schiffen in See gestochen. Kaum war man in Anatolien eingetroffen,
verbreitete sich die Nachricht vom Eintreffen der Mykenen wie ein
Lauffeuer und eine Hetithische Streitmacht wurde geschickt um die
Plünderer aufzuhalten.
In einem schmalen Tal treffen die Armeen aufeinander. Die
Mykenen mit drei Blöcken ihrer gefürchteten Speerträger rechts,
auf der linken Flanke unterstützt von zwei Einheiten Streitwagen
der adeligen Fürsten sowie Bauern mit Schleudern und Wurfpfeilen.
Gegenüber die Hetither. Im Zentrum dieser Armee die gefürchteten
schweren Streitwagen der adeligen Vasallen, dahinter die mit
Speeren gewappnete Infanterie. Die Flanken geschützt durch
Bogenschützen auf der einen, und den wendigen Maryannu
Streitwagen der Hurriater, einem Bergvolk aus dem Osten des
Reiches, gegenüber den mycenischen Wägen auf der anderen Seite.
Die Schlacht beginnt mit dem üblichen Geplänkel. Pfeile
schwirren übers Schlachtfeld, Schleudersteine werden durch
Schilde abgewehrt. Schon hier wird die moderne, hetithische
Kavallerie von Panik übermannt und verläßt unter ärgerlichen,
zu recht nicht überlieferten, Worten des Generals das
Schlachtfeld.
Die Armeen rücken langsam, unter beiderseitigen Verlusten
tapferer Krieger, aufeinander zu. Dann gibt der mycenische General
seinen Streitwagen das Zeichen zum Angriff. Die Läufer springen
zur Seite um den Rössern ihren Herren Platz zu machen und unter
einem mörderischen Pfeilhagel der Streitwagenkämpfer und ihrer
Helfer preschen sie in den Kampf. Diese jedoch wissen sich zur
Wehr zu setzen und der Kampf tobt erbittert, ohne das eine Seite
einen Vorteil aus dem Gemetzel ziehen könnte. Gleichzeitig findet
auf der anderen Seite des Schlachtfeldes ein wenig ruhmreicher
Kampf zwischen einem, zurecht als verschollen geltenden,
mykenischen Helden und einigen feindlichen Bogenschützen statt.
Die Einheiten im Zentrum der Schlacht bewahren noch Ruhe und
warten auf eine vorteilhafte Gelegenheit zum Eingreifen. Das ist
wohl der Zeitpunkt, zu dem der hethitische General die Nerven
verliert und seinen Elitewagen den Angriff auf die mykenischen
Speerphanlanxen befiehlt. Unter einem Pfeilhagel preschen die
Pferde los, den mykenische Anführen wird Angst und bange, doch
sie können ihre Krieger zusammenhalten. Die Speerphanlanxen
bereiten sich auf einen blutigen Kampf vor und rücken zusammen.
Doch was passiert? Die Pferde scheinen den Angriff nicht
durchzuhalten und verlangsamen das Tempo, erschöpft durch das
große Gewicht der Wägen und ihrer Besatzung. Doch es ist zu
spät um den Angriff abzubrechen. Die mycenischen Speerblöcke
stürmen vorwärts und prallen voll auf die Streitwagen, die der
Attacke standhalten können.
Nun ging alles Schlag auf Schlag. Die rechte Flanke der
Hethiter bricht unter dem wütenden Kampfschrei des mykenischen
Generals auseinander, die Streitwagenkämpfer der hurrischen
Verbündeten werden wohl ihre Heimat nie wiedersehen. Die
Bogenschützen auf der anderen Seite des Schlachtfeldes
beschließen in Panik einen Angriff auf die immer noch
vorrückende dritte Speerphanlanx der Mykenen und zerschellen
erwartungsgemäß an einer Mauer aus Schilden und Bronze. Das ist
selbst für die hethitische Elite im Zentrum des Schlachtfeldes
zuviel, die Wägen fliehen und werden auf der Flucht von den
feindlichen Speeträgern überrannt. Todesmutig stürzt sich nun
der hetithische General, der fast nichts mehr zu verlieren hat,
auf seinen Widersacher und dank der Hilfe des mächtigen Zeus
findet er den Tod im Zweikampf. Selbst der Kampferfolg der
hethitischen Infanterie gegen einige feindliche Streitwagen und
die gleichzeitige Flucht einiger Speerträger kann den Untergang
nicht mehr aufhalten.
Das war wohl ein erfolgreicher Beutezug und daheim, irgendwo
auf dem Pelopones, wird es nun ein prächtiges Fest geben, und
einige Tote werden auch zu beweinen sein.
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